Das Festival der Headbanger

Wenn es in Deutschland ein Festival gibt, das alle Metalfans eint, dann ist es das Open Air in Wacken. Es findet seit 1990 im August in der kleinen Gemeinde Wacken statt und zieht über 70.000 zahlende Besucher an. Damit ist es auch eines der größten Open-Air-Festivals der Welt im Bereich Metal-Musik.

Wie bei vielen Festivals hatten auch die Organisatoren in Wacken klein angefangen, zum ersten Konzert in der Kiesgrube in Wacken kamen gerade mal 800 Zuschauer und die Bands waren alle aus Deutschland. Die Organisationsarbeit wurde ehrenamtlich geleistet, die Finanzierung erfolgte aus privaten Mitteln. 1992 kamen mit den ersten ausländischen Bands auch professionelle Bühnentechnik und Lichtanlagen nach Wacken und man pachtete vom Landwirt Uwe Trede Wiesen, um mehr Platz zu bekommen.

Onkelz und Slayer

Jetzt kamen auch die ersten großen Stars, vorneweg Doro Pesch, zu dessen Konzert schon 3500 Zuschauer kamen. Außerdem verpflichtete man die Böhsen Onkelz und andere bekannte Gruppen. Heute ist das Festival bereits wenige Tage nach dem Beginn des Ticketverkaufs ausverkauft. Für 2019 haben sich unter anderem Slayer, Anthrax, Prophets of Age und D.A.D. angekündigt. Wacken ist auch immer ein Ort, an dem Bands Live-Aufnahmen machen, zum Beispiel die Scorpions, Twistes Sister und Anthrax.

Mittlerweile hat sich die gesamte Weltprominenz in der Metalszene ein Stelldichein in Wacken gegeben. Judas Priest waren da, Alice Cooper, die Red Hot Chilli Peppers, Crowbar, Extrabreit, Nazareth und Mötley Crüe. Nur die Band Metallica hat noch nie in Wacken gespielt, die Gründe dafür liegen aber im Dunkeln.

Um die Fans zum Veranstaltungsort zu bringen, setzt man mittlerweile einen Sonderzug ein, den Metaltrain, der in Zürich losfährt und auf dem Weg nach Norddeutschland die Fans einsammelt. Die Organisatoren arbeiten eng mit der Bevölkerung in Wacken zusammen, so hilft zum Beispiel die Freiwillige Feuerwehr aus, Landwirt Uwe Trede besorgte weitere Flächen und man engagierte Thomas Hess als Produktionsleiter, der diese Aufgabe zuvor bei den Onkelz hatte. Für neue Bands richtete man eine eigene Bühne ein.